Dubai-Story: Erster auf der Welt

Vorausgereist auf die The World-Inseln vor Dubai: Ein erstes Eiland steht jetzt Urlaubern offen.
Strand vor Dubai

Am Horizont schält sich diese gewaltige Skyline aus dem Dunst, diese Kette aus Türmen, die Löcher in den Himmel stechen. Im Vordergrund ist nichts als goldgelber Sand, eine türkisblaue Lagune. Fünf Kilometer sind es bis zum Festland.

Und über dem Kopf hängen in zweieinhalb Meter Höhe ein paar Palmwedel. Dem Stamm der Pflanze ist anzusehen, dass sie hier erst vor nicht allzu langer Zeit in den kargen Grund gepflanzt wurde und die Wurzeln über ein paar versteckte Zuleitungen seitdem mit Süßwasser gepäppelt werden.

Am Steg in 150 Metern Entfernung ist eine Motoryacht vertäut und auf dem Beistelltisch spielt der Wind mit dem Papierschirmen im Fruchtcocktailglas.
Skyline von Dubai

Skyline von Dubai

Das da drüben ist die Skyline von Dubai mit dem höchsten Turm der Welt ganz in der Mitte.

Arleng Ravi lacht. Sie kichert über die Verblüffung der Besucher, weil es diesen Blick, diese Perspektive irgendwie nicht geben kann. Jetzt hat ihr Mann ihr diese gekauft.

Vor Dubai und nicht für sie beide alleine, sondern um dort einen exklusiven Beachclub zu betreiben, den ersten auf der Landgewinnung The World, dem Mammutprojekt vor der Küste des Emirats.
The World Islands, Dubai

The World Islands



320 Millionen Kubikmeter Kies vom Meeresgrund aufgetürmt zu gut 250 Inseln, die aus der Luft betrachtet die Weltkarte nachbilden – Amerika im Westen, Europa und Afrika ungefähr in der Mitte, rechts dann Asien und Australien, all das umgeben von einem 27 Kilometer langen künstlichen Riff aus 34 Millionen Tonnen Felsen zum Schutz vor Strömungen und Unwettern.

Ein Milliardenprojekt, das nach Abschluss der Aufschüttarbeiten zunächst zum Stillstand kam.

 

 

Jede Insel trägt den Namen eines realen Landes oder einer Region an ungefähr derselben Position auf der realen Weltkarte. Die meisten Eilande hier sind zwar verkauft – zu Preisen von um die 1000 Euro pro Quadratmeter –, doch auf nur wenigen davon wird bislang gebaut.

Insel vor Dubai

Raman Ravi ist einer dieser Pioniere. Ihm gehört der Club „The Island“ auf der Insel Lebanon: der erste öffentlich zugängliche Punkt des Archipel.

Wie Ravi an die Insel geraten ist? Die Antwort gibt seine Frau Arleng, die von den Philippinen stammt: „Weil ich schon immer davon geträumt habe, eine eigene Insel zu haben. Am liebsten zuhause auf den Philippinen, doch die sind weit.

Und hier ist es auch schön. So still, so klar, immer drei, vier, manchmal fünf Grad kühler als auf dem Festland, ein bisschen windiger – eine Wohltat gerade in den heißen Monaten.“
springende Delfine

Arleng und Ramon Ravi könnten durchs seichte Wasser in kurzen Hosen nach Italy waten. Sie können in der Ferne die Bauarbeiten auf der Insel Germany sehen – und durch den Feldstecher Mauersegler und Fischadler beobachten. Und kürzlich sogar die Delfine, die in der Fahrrinne tanzten und in Richtung des nördlichen Riffdurchbruchs wieder verschwanden.

Vor ein paar Wochen erst hat plötzlich eine fremde Yacht am Ponton-Steg von Familie Ravis Insel festgemacht. Ein junger Mann kam mit ein paar Freunden, bestellte Cola und Fruchtsaft und Sandwiches und genoss den Nachmittag am Strand in Badehose und ohne von den Leuten auf den anderen Liegen erkannt zu werden. Er war hochwillkommen, ein Ehrengast, der jederzeit vorbeischauen darf: Dubais Kronprinz Hamdan.

 


Autor: Redaktionsbüro Reise & Reportage / Helge Sobik