Wie Dubais Gärten gepflegt werden

Rasen und Blumen in der Wüste

Skyline von Dubai bei Sonnenaufgang

Skyline von Dubai bei Sonnenaufgang

Wer schon einmal in Dubai war, dem sind sicher die Grünflächen und Pflanzen aufgefallen, die das Ambiente vieler Hotels schmücken. Eigentlich ist der Pflanzenreichtum, den Dubai seinem Stadtbild hinzufügt, eher verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Stadt zwar direkt am Meer liegt, aber gleichzeitig auch mitten in der Wüste.

Für das Anlegen der Rasenflächen, das Bepflanzen sowie die Pflege sämtlicher Gärten rund um Dubais Wohnanlagen sind vor allem Gastarbeiter aus Indien, Bangladesch und Pakistan verantwortlich. Ohne sie wäre die Erhaltung und Bewirtschaftung der zahlreichen Gärten in Wohngebieten, öffentlichen Parks und in den unzähligen Hotelanlagen nicht möglich.

Neben sogenannten Landscaping-Firmen trifft man in Dubai auch zahlreiche freiberuflich arbeitende Gärtner an, die vor allem in Wohnanlagen ihre Dienste anbieten. Einer von ihnen ist der Gärtner Mahir.
Gärtner auf dem Fahrrad, Dubai

Gärtner auf dem Fahrrad

Von Bangladesch nach Dubai

Mahir ist Bangladeshi, er stammt aus einem kleinen Dorf bei Chandpur, nicht weit von Dhaka, der Hauptstadt Bangladeshs entfernt. Er lebt seit zehn Jahren in Dubai und kümmert sich überwiegend um die Anlage und Pflege von privaten Gärten in Dubais Wohnanlagen.

Weit weg von zu Hause verdient er hier seit Jahren das Geld für seine Familie, die im Heimatland dringend darauf angewiesen ist. Ein Besuch bei seiner Frau und den fünf Kindern kommt nur alle zwei Jahre vor. Darauf spart der Familienvater jeweils mit großer Sorgfalt hin – die Rückkehr in seinen Heimatort stets fest im Auge.

Wie viele seiner Landsleute und Kollegen aus den Ländern Indien, Pakistan, Nepal und Bhutan, hat auch Mahir sich in Dubai fest eingerichtet. Er sichert seiner Familie zu Hause eine Lebensgrundlage, die ohne seine Arbeit in Dubai nur schwer denkbar wäre. So arbeitet er Tag für Tag in den Gärten von Al Barsha, in den Jumeirah Heights und in den Anwesen der Emirates Hills, The Lakes und Meadows im Bereich der Jumeirah Islands.
Community Life Wohnanlagen in Dubai, VAE

Community Life Wohnanlagen

Als Gärtner unterwegs in Dubais Wohnanlagen

Seinen Tag beginnt Mahir noch vor Sonnenaufgang, nämlich dann, wenn sich die Busse aus dem Norden Dubais in Bewegung setzen und Tausende von Gastarbeitern zu ihren Arbeitsplätzen an Baustellen, Fabriken und privaten Grundstücken fahren.

Zu Beginn seines Dubai-Aufenthalts saß auch Mahir in einem dieser Busse. Heute fährt er mit einem eigenen Fahrzeug, das ihm sein Sponsor zur Verfügung stellt. So ist er mobil und flexibel, und es ermöglicht ihm, gleich mehrere Gärten am Tag zu besuchen. Mit Erde und Pflanzen beladen, fährt er täglich über die Sheikh Zayed Road von Al Qusais aus rüber zu den gepflegten und noblen Wohnanlagen im Süden Dubais, kurz vor Jebel Ali.

Ein Ausweis lässt ihn die Sicherheitsschranken der Wohnanlagen passieren, in denen gut verdienende Auswanderer leben, die sich die Pflege üppiger Gärten leisten können. Hier ist Mahirs Revier, in dem er arbeitet und sich vermarktet, immer auf der Suche nach weiteren Kunden, denen die Arbeit eines sorgfältigen Gärtners am Herzen liegt.
Dubai Miracle Garden

Dubai Miracle Garden

Was wächst auf dem Wüstenboden Dubais?

Sein Handwerk erlernte Mahir bereits in seinem Heimatland. Dort waren es die Gärten der Schulen und öffentlichen Gebäude, die er regelmäßig von Unkraut säuberte und bepflanzte, bevor ihn sein Job in die reiche Stadt am Persischen Golf zog.

Heute kennt er den Artenreichtum der Vereinigten Arabischen Emirate genau und weiß, wie deren Wachstum unterstützt und nachhaltig gefördert werden kann. Sein buchstäblich grüner Daumen verschafft ihm Respekt und Anerkennung unter den Gartenbesitzern rund um die Jumeirah Islands. Dabei sind es lediglich seine Hingabe und sein beharrlicher Enthusiasmus, die dafür sorgen, dass es in zahlreichen Gärten der Stadt sprießt und gedeiht. Aber natürlich gehören auch eine ausreichende Bewässerung und viele Nährstoffe dazu, ohne die auf dem sandigen Boden der Wüstenstadt kaum etwas wachsen würde.

Der Artenreichtum Dubais ist ohnehin eher bescheiden. Mahir beweist den verblüfften Gartenbesitzern allerdings, dass die Stadt auch erstaunlich grün sein kann. Im Gespräch über die Möglichkeiten, Gärten in Dubai zu bepflanzen, erwähnt Mahir stets sehr interessante und schöne Gartenoptionen.
Park mit Palmen, Dubai

Park mit Palmen

Von Böden und Bäumen in Dubai

Mahir geht immer von einem trockenen, sehr sandigen Boden aus, der zunächst mit Muttererde angereichert werden muss. „Je besser die Erde, desto besser die Pflanze“, erklärt Mahir. Das ist verständlich und gilt wohl für alle Regionen der Welt.

In Dubai werden allerdings noch erhebliche Mengen an Dünger der Erde hinzugefügt. Außerdem muss täglich bewässert werden, auch während der wenigen Winter und Frühjahrswochen, in denen in Dubai etwas Regen fällt und die Temperaturen nachlassen. Mahir nimmt das selbstverständlich in die Hand und taucht täglich in den Gärten seiner Kunden auf. Je nach Größe nur für eine halbe Stunde, manchmal aber auch für einen ganzen Vormittag oder sogar zweimal am Tag.

Wird er gefragt, was denn der Wüstenboden Dubais so hergibt, erwähnt er zunächst die einheimischen Dattelpalmen und Akazien, die besonders zahlreich im Osten der Stadt, nahe den Bergen vorkommen. Palmen pflanzt Mahir in jeder Größe. Sie verwurzeln sich innerhalb von kurzer Zeit sehr stark. Kleine Palmen muss Mahir gelegentlich umpflanzen. Falls er das bereits zwei bis drei Jahre nach einer Neuanpflanzung tun muss, kann die Umpflanzung schon mal einen ganzen Tag dauern, bis die Palme aus dem Boden gekommen ist. "Im Sommer ist das eine extrem schweißreibende Arbeit", macht Mahir deutlich und grinst dabei in die Mittagssonne am diesigen Wüstenhimmel.
Palmen und Bougainvillea, Dubai

Palmen und Bougainvillea

Grünflächen, Pflanzen und Sträucher

Mahir lässt bei extrem schwierigen Arbeiten, wie dem Ausgraben von kurzen Palmen, gerne auch mal einen seiner Kollegen aus Indien ran. Er kümmert sich derweil um die Organisation der Neubepflanzungen und beschafft dazu Wüstenrosen und Bougainvillea in Weiß, Rot und Orange.

Dem Gärtner sind auch die Problematiken, die Dubais Gärten leider oft haben, gut bekannt. Vielfach investieren die Besitzer nicht genügend Geld in die Aufzucht und Pflege der Gartenanlagen. Man sieht da sehr deutliche Unterschiede. Das gilt auch für die öffentlichen Grünflächen, die zwar permanent über Bewässerungsanlagen mit Wasser versorgt, jedoch zu selten mit geeigneten Mitteln gedüngt werden. Mahir versucht das im Vorfeld zu erklären, bevor er einen neuen Gartenjob annimmt. Er kennt die Situationen nur allzu gut, in denen Gartenbesitzer bei der Neuanlage des Gartens oft bereitwillig investieren, danach jedoch an den laufenden Kosten für Pflege und Gestaltung sparen.

Das gilt sowohl für einfache Grünflächen, die bei zu geringer Düngung nach einiger Zeit gelb werden und trotz Bewässerung austrocknen als auch für Sträucher, Blumen und Büsche. Hartgräser und Dornbüsche sind übrigens die widerstandsfähigsten Gewächse der Wüstenlandschaft, wenn man von Nutzpflanzen, zu denen auch die Dattelpalme und der Eukalyptus gehören, absieht.
Sheikh Zayed Road, Dubai

Sheikh Zayed Road

Das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft

Dass die Anlage von nachhaltigen Gärten eine gute Planung, ausreichend Pflege und etwas Hingabe benötigt, versucht Mahir täglich den zahlreichen Neuankömmlingen in Dubai zu vermitteln. Nur so entstehen schöne Gärten mit Facettenreichtum und üppigen Farben. Dafür muss ein bestimmtes Budget einkalkuliert werden, sonst versickern ambitionierte Garteninvestitionen ganz schnell wieder im Sand der Wüsten.

Mahir selbst kann von den Beträgen, die Dubais Hauseigentümer für Gärten ausgeben, allerdings nur träumen. Sein Leben in Dubai ist schlicht und geprägt von minimalem Wohnkomfort, der typisch ist für Gastarbeiter in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Trotzdem lebt und arbeitet er gerne in der Stadt und ist dankbar dafür, dass er für zahlreiche Gärten in Dubai verantwortlich ist. Hier kennt er sich aus und hier verdient er den Lebensunterhalt für seine sechsköpfige Familie.

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