Roadtrip an Kaliforniens Küste – von San Francisco nach San Diego

Kalifornien - das ist für viele gleichbedeutend mit Hollywood, palmengesäumten Boulevards und weißen Sandstränden. Doch in der San Francisco Bay zeigt sich der Golden State auch schonmal von einer anderen Seite. Hier beginnt unser Roadtrip an der Pazifikküste entlang nach Süden bis San Diego.
San Francisco - Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge in San Francisco

Roadtrip an Kaliforniens Küste

Ein Trip in die Sonne ist mit einem Flug in den Golden State garantiert.
An sonnigen Tagen leuchten die roten Pfeiler der Golden Gate Bridge,
dem Wahrzeichen von San Francisco, wie auf der Postkarte.

Doch in der Bay legen die warmen Sonnenstrahlen gerne eine kurze Pause ein: Wenn der berühmt-berüchtigte Nebel aufzieht, sind die Spitzen der Brückenpfeiler kaum noch zu erkennen und die Gefängnisinsel Alcatraz versteckt sich im Dunst.

Das launenhafte Wetter und tückische Strömungen machten „The Rock“ zur Festung und eine Flucht unmöglich.

Hier zeigt sich der kalifornische Sommer schon mal von seiner ungemütlichen Seite. Sonnenanbeter brauchen aber nicht verzagen – mit jedem Kilometer auf der California State Route 1 Richtung San Diego steigen die Temperaturen.
Raue Küste und unberührte Natur in Kalifornien

Raue Küsten und unberührte Natur

Raue Küste und unberührte Natur

Nach etwa 150 Kilometern lockt in Monterey eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit: Gated Communities – umzäunte und bewachte Wohnanlagen – gibt es in den USA viele, doch Pebble Beach ist eine ganz besondere. Für etwa 10 Dollar dürfen Touristen den 17-Mile-Drive befahren und einen Blick auf die gepflegten Villen und Vorgärten werfen.

Wirklich sehenswert ist aber nicht das Wohngebiet, sondern die zerklüftete Küste, Crocker Grove – ein Wald mit zahlreichen Kiefern und Zypressen – oder die „einsame Zypresse“, die auf einem Felsen im Meer seit 250 Jahren den pazifischen Stürmen standhält.

Raue Küste, jedoch ohne wohlhabende Anwohner, gibt es auch einige Kilometer weiter südlich in Big Sur. Schroffe Felsen, hohe Berge und dichte Wälder verleihen diesem Küstenabschnitt etwas Mystisches. Mit etwas Glück erspäht man vor der kaum besiedelten Küste Seelöwen, Seeotter oder sogar Grauwale.    
Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle – Märchenschloss eines Zeitungsverlegers

In San Simeon, auf halbem Weg zwischen San Francisco und Los Angeles, lohnt es sich die Route 1 kurz zu verlassen, um ein prachtvolles Schloss zu besichtigen.

Was Neuschwanstein für die Bayern, das ist Hearst Castle für die Kalifornier. Zeitungsverleger William Randolph Hearst erbaute sein 37 Millionen teures Märchenschloss in den 20er-Jahren.

Touristen zahlen immerhin 24 Dollar für eine Führung durch die Roaring Twenties. Zu sehen gibt es den beeindruckenden „Neptun Pool“ im Stil der griechischen Antike oder den damals größten Privatzoo der Welt, in dem noch heute Zebras grasen. Cineasten zieht es nach Hearst Castle, weil die Biografie von William Randolph Hearst als Vorbild für Orson Welles „Citizen Kane“ diente. 
Los Angeles - Hollywood

Hollywood

Los Angeles – Königspalmen und Traumstrände

Zurück auf der Route 1 lohnt sich in Los Angeles ein Spurwechsel: Auf der 101 geht es mitten durch Hollywood. Hier liegen die Highlights direkt neben-
einander: der Walk of Fame mit Bronzesternen für über 2.300 Berühmtheiten führt direkt zu Grauman's Chinese Theatre. Das Kino wurde durch die zahl-
reichen Hand- und Fußabdrücke auf dem Vorplatz weltberühmt.
Direkt nebenan liegt das Kodak Theatre, in dem seit 2002 die Oscars verliehen werden.

Die riesigen Königspalmen, die im Schlossgarten von Hearst Castle nur vereinzelt zwischen Pinien hervorgelugt haben, säumen in Los Angeles die breiten Boulevards. Nach 650 Kilometern Fahrt ist der Nebel der San Fran-
cisco Bay vergessen. Weiße Sandstrände, strahlender Sonnenschein und gut gebaute Rettungsschwimmer – endlich stehen klassisch-kalifornische Strände auf dem Programm.

Allen voran: Malibu – 43 Kilometer Pazifikküste im Postkartenstil, Filmstars inklusive, denn dieser Strand wird von millionenteuren Villen gesäumt und gehört zu den begehrtesten Gegenden Kaliforniens. Weiter südlich beginnt der Surfer-Lifestyle zu regieren. Zum Beispiel in Huntington Beach, das den Beinamen „Surf City“ trägt.
San Diego - Kalifornien Geburtststätte

San Diego

San Diego – Kaliforniens Geburtsstätte

Südlich von Los Angeles wechselt die Route 1 zwar den Namen zur Interstate 5, folgt aber weiterhin der Küste bis San Diego. Hier ist vor allem die Nähe zu Mexiko allgegenwärtig.
Im historischen Stadtviertel Old Town treffen Geschichte und lateinameri-
kanische Lebensfreude aufeinander. Zwischen den 37 Gebäuden, die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurden, dreht sich alles um die Besiedlung und Gründerjahre des Bundesstaats. 

Old Town wird gerne als Geburtsplatz Kaliforniens bezeichnet, denn hier siedelten die ersten Spanier. Wer Lust auf einen echt mexikanischen Taco hat, muss nicht weit fahren: Von der Innenstadt bis zur Grenze sind es nur 32 Kilometer und direkt hinter dem Grenzübergang beginnt das quirlige Tijuana.

Zurück in San Diego geht sofort an den Strand. Weltberühmte Surf-Spots säumen die gesamte Strecke von Los Angeles bis Mexiko – die meisten wurden sogar von den Beach Boys in ihrem „Surfin' USA“ besungen. Hier zeigt sich der kalifornische Sommer wie im Bilderbuch. 

Nicht ohne Grund sagen die Südkalifornier gern: „There is no winter as cold as a summer in San Francisco.“ Spätestens jetzt wird klar, warum die Alcatraz-Häftlinge von einer Flucht nach Mexiko träumten.

Quelle: Wundermedia / Kathleen Franke
 
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