Route 66

Auf der Route 66 von Chicago nach Santa Monica weht bis heute ein Hauch grenzenloser Freiheit. Diese Aufbruchsstimmung, wahres Abenteuer und bleibende Eindrücke locken immer mehr Reisende auf die verbliebenen Teilstücke der 3.944 Kilometer langen Strecke durch acht amerikanische US-Bundesstaaten. Neben bekannten Sehenswürdigkeiten bietet die Route 66 abwechslungsreiche Landschaften, den Besuch attraktiver Städte, erholsame Stunden in menschenleeren Gegenden sowie zahlreiche „Roadside Attractions“.
Route 66

Route 66

Dass die Route 66 einmal zum Anziehungspunkt für Touristen werden würde, konnte man sich bei der Eröffnung des „US Highway 66“ im Jahr 1926 wohl nicht vorstellen: Als eine der ersten durchgehenden Straßenverbindungen zur Westküste Nordamerikas zogen damals viele Farmer und Landarbeiter auf den Spuren der ersten Siedler in Hoffnung auf ein besseres Leben Richtung Westen.

Entlang der Straße entstanden nicht nur ganze Ortschaften, die von dem Geschäft mit den Reisenden lebten, es gab außerdem echte Innovationen: So eröffnete an der Route 66 angeblich 1921 das erste Drive-In-Restaurant, 1925 das erste Motel und 1940 der erste McDonald´s. Doch der Kult um die Strecke entwickelte sich erst, als die Route 66 in den 1960er-Jahren aufgrund der mehrspurigen Fernstraßen immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung verlor. Bis heute verströmt die früher so wichtige Ost-West-Verbindung mit ihren restaurierten Ortschaften, kleinen Museen und gemütlichen Cafés einen einzigartigen nostalgischen Charme.

Buckingham Fontain

Brunnen Buckingham Fountain

Start: Chicago/Illinois

Insgesamt sind 85 Prozent der Strecke durch die US-Bundesstaaten Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien bis heute kostenfrei befahrbar. Startpunkt ist die Kreuzung Adams Street und Michigan Avenue in Chicago/Illinois, das unter anderem mit dem berühmten Brunnen Buckingham Fountain vor der schönen Skyline, dem 422 Meter hohen Willis Tower und den herrlichen Ufern des Michigansees zum Sightseeing vor der großen Fahrt einlädt. Nach dem Start verläuft die Route 66 südwestlich und durchquert idyllische Städte wie Bloomington oder Springfield, die Geburtsstadt des US-Präsidenten Abraham Lincoln.  
Schaufelraddampfer

Schaufelraddampfer auf dem Mississippi

Missouri, Kansas, Oklahoma und Texas

Mit der Überquerung des Missouri Rivers bei St. Louis befindet man sich im Bundesstaat Missouri, der eine ebenfalls sehenswerte Stadt namens Springfield besitzt. Nach einer möglichen Fahrt auf einem der traditionsreichen Schaufelraddampfer auf dem Mississippi  führt die Route 66 weiter nach Kansas. Für eine Übernachtung samt Besichtigung eignet sich im Nachbarstaat Oklahoma besonders Oklahoma City, bevor es weiter Richtung Texas geht. In Amarillo, der Stadt des Viehhandels, sollten sich Reisende die Cadillac Ranch nicht entgehen lassen: Das kunstvolle Gebäude ist mit zehn, schräg in der Erde versenkten Autos der Marke Cadillac verziert.
Pier von Santa Monica

Pierre von Santa Monica

New Mexico, Arizona und Kalifornien

Nachdem bei Glenrio die Grenze zu New Mexico überquert wird, bietet sich eine Pause in der Großstadt Albuquerque an. Im nächsten Reiseabschnitt durch Arizona folgt zwischen der Kultstadt Seligman und Kingman ein gut erhaltener historischer Abschnitt der Route 66. Ganz in der Nähe kann bei Winslow das 170 Meter tiefe Einschlagsloch eines Meteors besichtigt werden. Auch auf den letzten Kilometern im Bundesland Kalifornien warten mit der Mojave-Wüste, dem Bagdad Café sowie San Bernardino und dem „Route 66 Museum“ in Barstow einige lohnenswerte Zwischenstopps, bevor die Route 66 am Pier von Santa Monica endet. Das Ende bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Reise hier vorbei sein muss, denn Santa Monica lädt mit traumhaften Stränden samt herrlichen Promenaden und dem Vergnügungspark Pacific Park zum Verweilen ein – und die Filmhauptstadt Los Angeles ist nur  Minuten entfernt.
Rainbow Bridge

"Rainbow-Bridge"

Spezielle „Roadside Attractions“

Neben dem berühmten Bild des Piers am Yachthafen von Santa Monica sorgen viele weitere so genannte „Roadside Attractions“ für den besonderen Reiz der Route 66. Diese Höhepunkte am Rande der Straße wurden meist irgendwann zu Werbezwecken errichtet, um Reisende auf Geschäfte oder Hotels aufmerksam zu machen – mittlerweile besitzen sie wahren Kultstatus. So begegnet man kurz nach dem Start in Chicago dem „Germini Giant“, einer überlebensgroßen Figur eines Raumfahrers, die in Wilmington/Illinois für ein Restaurant wirbt. Berühmt geworden ist daneben die alte Tankstelle Soulsby´s Service in Mount Olive/Illinois als Symbol für die Blütezeit der Strecke. Zu einem ähnlich historischen Wahrzeichen wurden auch die einzige erhaltene Betonbogen-Brücke „Rainbow Bridge“ kurz vor Riverton/Kansas sowie der riesige blaue Wal eines mittlerweile geschlossenen Freizeitparks in Catoosa/Texas. Die restaurierte historische Rundscheune „Round Barn“ in Arcadia/Oklahoma und das Wigwam Motel im Indianerzelt-Stil in Holbrook/Arizona sind für wahre Route 66-Fans ebenfalls ein unvergesslicher Anblick.
Quelle: Wundermedia / Anne Kirchberg