Roadtrip an Kaliforniens Küste
Ein Trip in die Sonne ist mit einem Flug in den Golden State garantiert. An sonnigen Tagen leuchten die roten Pfeiler der Golden Gate Bridge, dem Wahrzeichen von San Francisco, wie auf der Postkarte.
Doch in der Bay legen die warmen Sonnenstrahlen gerne eine kurze Pause ein: Wenn der berühmt-berüchtigte Nebel aufzieht, sind die Spitzen der Brückenpfeiler kaum noch zu erkennen und die Gefängnisinsel Alcatraz versteckt sich im Dunst.
Das launenhafte Wetter und tückische Strömungen machten „The Rock“ zur Festung und eine Flucht unmöglich. Hier zeigt sich der kalifornische Sommer schon mal von seiner ungemütlichen Seite. Sonnenanbeter brauchen aber nicht verzagen – mit jedem Kilometer auf der California State Route 1 Richtung San Diego steigen die Temperaturen.
Raue Küste und unberührte Natur
Nach etwa 150 Kilometern lockt in Monterey eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit: Gated Communities – umzäunte und bewachte Wohnanlagen – gibt es in den USA viele, doch Pebble Beach ist eine ganz besondere. Für etwa 10 Dollar dürfen Touristen den 17-Mile-Drive befahren und einen Blick auf die gepflegten Villen und Vorgärten werfen.
Wirklich sehenswert ist aber nicht das Wohngebiet, sondern die zerklüftete Küste, Crocker Grove – ein Wald mit zahlreichen Kiefern und Zypressen – oder die „einsame Zypresse“, die auf einem Felsen im Meer seit 250 Jahren den pazifischen Stürmen standhält.
Raue Küste, jedoch ohne wohlhabende Anwohner, gibt es auch einige Kilometer weiter südlich in Big Sur. Schroffe Felsen, hohe Berge und dichte Wälder verleihen diesem Küstenabschnitt etwas Mystisches. Mit etwas Glück erspäht man vor der kaum besiedelten Küste Seelöwen, Seeotter oder sogar Grauwale.
Hearst Castle – Märchenschloss eines Zeitungsverlegers
In San Simeon, auf halbem Weg zwischen San Francisco und Los Angeles, lohnt es sich die Route 1 kurz zu verlassen, um ein prachtvolles Schloss zu besichtigen. Was Neuschwanstein für die Bayern, das ist Hearst Castle für die Kalifornier. Zeitungsverleger William Randolph Hearst erbaute sein 37 Millionen teures Märchenschloss in den 20er Jahren.
Touristen zahlen immerhin 24 Dollar für eine Führung durch die Roaring Twenties. Zu sehen gibt es den beeindruckenden „Neptun Pool“ im Stil der griechischen Antike oder den damals größten Privatzoo der Welt, in dem noch heute Zebras grasen. Cineasten zieht es nach Hearst Castle, weil die Biografie von William Randolph Hearst als Vorbild für Orson Welles „Citizen Kane“ diente.