48 Stunden in Hamburg

Hamburg - Boomtown an der Elbe

Shopping, Wasser und feiner Nieselregen: Hamburg reizt auf seine Weise

Reeperbahn, Hafen und Binnenalster sind längst nicht mehr alles, womit Hamburg seine Besucher lockt. Die Hansestadt hat auch Designerhotels, chice Lounges und hervorragende Restaurants zu bieten.  

Die Reeperbahn, der Hafen und die Binnenalster sind längst nicht mehr alles, womit die Hansestadt ihre Besucher lockt. Designerhotels, chice Lounges und hervorragende Restaurants haben Hamburg zu einem der beliebtesten Städtereiseziele Deutschlands gemacht.



Die besten Architekten sind hier zu finden, das Großprojekt Hafencity, eine Stadt mitten in der Stadt, ist vollendet, genau wie die spektakuläre Elbphilharmonie.


Mit historischer Barkasse in den Biergarten

Statt der üblichen Hafenrundfahrt geht es immer sonntags für 28 Euro bei der Elbinsel-Tour auf Entdeckungsreise. Die Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg ist einer der vielfältigsten Stadtteile Hamburgs, aber auf touristischen Stadtplänen selten verzeichnet.

Hafenindustrie reiht sich an das multikulturelle Reiherstegviertel, Pferdewiesen, Gemüsefelder, sogar eine restaurierte Windmühle kann besichtigt werden. Was viele nicht wissen: Im Jahr 1962 wurde der noch junge Hamburger Stadtteil von einer verheerenden Sturmflut schwer getroffen. Mehr als 300 Menschen ertranken damals in den Fluten, 207 in Wilhelmsburg.

Die Elbinsel-Tour startet mit einer Fahrt auf einer historischen Barkasse entlang der Blohm & Voss Docks, des Containerhafens und der Köhlbrandbrücke. Nach einem Zwischenstopp steuert der Doppeldeckerbus durch die HafenCity, die Speicherstadt bis zu den Landungsbrücken.


Düfte für das englische Königshaus

Den Rest des Tages ist Shopping angesagt, denn in Hamburg finden sich die interessantesten Läden der ganzen Republik. Eine hanseatische Institution ist „Ernst Brendler“.

Seit 1879 verkauft der Laden Tropen- und Marinebekleidung - blaue Jackets mit Goldknöpfen, Marineabzeichen und Prinz-Heinrich-Mützen (Große Johannisstraße 15). Feinste englische Parfums und Eau de Toilette aus England, die sonst nirgends in Deutschland zu haben sind, gibt es bei Albrecht & Dill, gegründet 1806.

Hier gibt es Floris und Penhaligon’s; Düfte, mit denen sich unter anderem das englische Königshaus einduftet (Brandstücken 23). Abends wartet Kultur: Die Mitternachtsshow im Schmidts Theater (vielsagende Anschrift: Spielbudenplatz 24-28) ist seit über 20 Jahren eine feste Institution auf der Reeperbahn.


Aal-Dieter und seine Kumpane

Für den Kontinentaleuropäer ist der Hamburger Fischmarkt ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Dazu heißt es allerdings: früh aufstehen!

Denn nur zwischen fünf Uhr morgens und halb zehn lassen sich Aal-Dieter und Kumpanen beim Fische-Werfen und ihren Ansagen im Hamburger Platt beobachten (St. Pauli-Fischmarkt, Große Elbstraße).

Am späten Vormittag dann ein Spaziergang durch den Stadtteil Blankenese, den man mit dem Bus erreicht. Malerisch schmiegen sich hier die kleinen Häuschen der alten Fischersiedlung an den Elbhang.

Bisweilen diskret versteckt, manchmal auch ganz offen lässt sich hier die Hamburger Häuserelite bestaunen. Handelsbarone wie Caspar von Voght hatten den Elbhang nach englischem Vorbild in eine Parklandschaft ver-wandelt. Damals wie heute lebt man hier auf großem Fuß. Am Elbstrand gibt es Cafés für ein kleines Päuschen.


Dinner auf Thonet-Stühlen

Zum abschließenden Essen darf man sich gerne einen Schmaus in einem Restaurant mit Premiumblick leisten: dem „Schauermann“ (St. Pauli, Hafenstraße). Hier gibt es junge, ambitionierte Küche mit Blick auf den Hafen.

Manche Gäste saßen vielleicht schon in ihrer Jugend im Hamburger Fernsehturm auf einem der Thonat-Stühle aus dem Jahr 1968. Kalbstafelspitz mit Kohlrabigemüse, Geflügelroulade oder Artischocken gefüllt mit Ziegenkäse, das ist die Frage.

Mövengeschrei bildet dazu die Begleitmusik. Für einen Chill-Out im Beach Club (Hamburg del mar am Edgar-Engelhart-Kai, Lago Bay am Alten St. Pauli Elbtunnel oder Strand Pauli an der Hafenstraße) ist es manchmal vielleicht ein bisschen zu windig. Doch der kluge Hanseat sorgt vor: die Betreiber halten Wolldecken und Heizpilze bereit. Ahoi!


Quelle: Wundermedia, Dirk Engelhardt


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