Einmalige Blicke über Paris, in quirlige Viertel und in die
Katakomben
Die großen Sehenswürdigkeiten der Weltstadt will jeder sehen.
Doch nur wenige Meter daneben sind oft kleine Juwele zu finden, die allzu leicht
im Trubel untergehen. Tauchen Sie ein in die Welt der kleinen Entdeckungen.
Die großen Sehenswürdigkeiten der Weltstadt, klar, die will jeder sehen. Doch
nur wenige Meter daneben sind oft kleine Juwele zu finden, die nur allzu leicht
im Trubel der Menschenmassen untergehen.
Denn neben den großen
Attraktionen wartet die ein oder andere kleinere Entdeckung - ob Straßencafé
oder idyllische Gasse - die zum Verweilen und Bestaunen einlädt.
In
diesen Momenten unterliegt jeder dem Charme der Stadt der Liebe, der Kunst und
des Genießens. Es sind die Gerüche, die Stimmen und die Musik, die den Zauber am
Montmartre oder im Viertel Marais ausmachen.
Vom Wolkenkratzer in die Unterwelt
Imposant erhebt sich der
Tour Montparnasse aus dem Häuserdschungel. Das Panoramarestaurant im 56.
Stock-werk ist ideal für einen Überblick über die Stadt. In 38 Sekunden
katapultiert der schnellste Aufzug Europas seine Passagiere die 210 Meter
hinauf.
Oben angekommen, lädt der anmutige Weitblick über die Innenstadt
sowohl in der Lokalität, als auch auf der Frei-luftterrasse zum Genießen
ein. Im Sommer ist der einzige Wolkenkratzer im Zentrum von 9.30 bis 23.30 Uhr
geöffnet.
Aus luftigen Höhen kann man sich nur wenige U-Bahnstationen
weiter am Place Denfert-Rochereau in den Unter-grund begeben. Dort wartet
der Herr der 200.000 Totenköpfe auf mutige Seelen, die sich die 120 Stufen hinab
in die Katakomben von Paris wagen. Demut umgibt diesen sakralen Ort.
In
dem 1,7 Kilometer langen Areal sind sechs Millionen Menschen begraben worden.
Während der deutschen Be-satzung diente der Untergrund wiederum der
Résistance als Kommandozentrale.
Zu Jean-Paul Sartre und
anderen
Direkt neben den Katakomben liegt der Friedhof Cinemtière de
Montparnasse, der zwei bedeutenden Persönlich-keiten als letzte Ruhestätte
dient: Die Rede ist von Jean-Paul Sartre und seiner Geliebten Simone de
Beauvoir.
Das Paar, welches sich nie eine gemeinsame Wohnung geteilt
hatte, ist durch ihre fast schon legendäre Café-hausbeziehung bekannt. Nach
dem Zweiten Weltkrieg trafen sich die beiden Intellektuellen in regelmäßigen
Abständen im Café de Flore oder der Brasserie Lipp im Viertel
Saint-Germain-des-Prés mit Gleichgesinnten.
Mit den amüsanten Texten aus
„Rendezvous mit den Toten“ von Heidi Wiese lohnt es sich, weitere Ruhestädten zu
erkunden. Auf dem größten Friedhof Paris', dem Père Lachaise, sind die Grabmäler
der Schauspielerin Sarah Bernhardt (1844-1924), des Schriftstellers Oscar Wilde
(1854-1900) und des Rockidols Jim Morrison (1943-1971) anzutreffen. Auf dem Weg
zum Künstlerviertel liegen auf dem Cimetière de Montmartre Heinrich Heine und
Adolphe Sax.
Zu den Künstlern
Am folgenden Tag bietet
sich der Gare du Nord als Ausgangspunkt an. Unweit des historischen Gebäudes
befindet sich das Kaufhaus Tati am Boulevard Rochechouart, welches von den
Parisern als Marktplatz für jedermann angesehen wird.
Die weiße Basilika
Sacré Coeur auf dem 130 Meter hohen Hügel namens Butte gelegen, ist von der
Metrostation Anvers entweder zu Fuß oder mittels der Drahtseilbahn Funiculaire
zu erreichen.
Nach anstrengenden 237 Treppenstufen wartet ein
traumhafter Blick über die Stadt von der Kuppel der Basilika als Belohnung.
Kunstliebhaber kommen im Musée de Montmartre mit seinen historischen Fotografien
und Re-konstruktionen oder in der höhlenartigen Galerie Espace
Montmartre-Dali auf ihre Kosten.
Ein willkommener Nebeneffekt sind dabei
die meist überschaubaren Besucherzahlen. Zahlreiche kleine Cafés in dieser
Gegend laden zum Verweilen ein.
Zwar ist das Preisniveau gehoben, doch
das Ambiente und die Stimmung machen diesen Nachteil mehr als wett. Ein kleines
Highlight ist dabei das Relais de la Butte“(12, Rue Ravignan). In der
historischen Lokalität aus dem 17. Jahr-hundert werden Käsespezialitäten
serviert.
Arc de Triomphe bei Nacht
Louvre bis Triumphbogen
Einen Besuch ist
selbstverständlich auch der weltbekannte Louvre wert. Um überlange
Warteschlangen am Pyramideneingang zu umgehen, bietet es sich an, bereits in der
Metrostation Louvre den Hinweisen zum unter-irdischen Carrousel du Louvre zu
folgen, um zum Eingang am Richelieuflügel zu gelangen.
Zwar wird noch
etwas Wartezeit bis zu Leonardo da Vincis Meisterwerk vergehen, doch das Lächeln
der Mona Lisa lässt diesen Umstand schnell wieder vergessen. Nach der
anstrengenden Besichtigung entspannt man am besten in den Arkaden, zum Beispiel
im Café Marly.
Der anschließende Weg zum Triumphbogen ist mit allerhand
Sehenswürdigkeiten gepflastert. Durch den Jardin des Tuileries erreicht man das
prunkvolle Tor von Coysevox, welches mit geflügelten Pferden aus Gold geschmückt
ist.
Über den Place de la Concorde gelangt man zum Jardin des Champs
Elysées. Dieser ist unter anderen der Schau-platz des Romans „À la recherche
du temps perdu“ von Marcel Proust.
Ein paar Schritte weiter die Avenue
Winston Churchill hinunter offenbart sich eine Oase aus Felsen und
Wasser: Der Jardin de la Vallée Suisse bietet sich nicht nur wegen der
beeindruckenden Kulisse für eine weitere kleine Verschnaufpause an.
Auf
der Suche nach der „haute couture de Paris“ gelangt man über die Rue Jean Goujon
zum eleganten Place Francois Ier. Die Avenue Montaigne ist heute das Herz der
Pariser Modebranche. Das Ziel, der Arc de Triomphe auf dem Place Charles de
Gaule, ist schließlich über die berühmte Champs Elysée zu
erreichen.
In den Sumpf zum Feiern
Ein schüchterner
Kuss, ein Liebesgeständnis oder gar ein Heiratsantrag auf dem Eiffelturm sollte
natürlich ge-bührend gefeiert werden. Hierfür bietet sich das vierte
Arrondissement an, da es mit seinen vielen Kneipen und Galerien zu den
belebtesten Stadtvierteln von Paris zählt.
Der Name des Viertels Marais,
zu deutsch Sumpf, trifft jedoch nur bedingt zu. Immer wieder besteht die
Möglichkeit, auf prächtig restaurierte Gebäude und Häuser zu treffen.
Die Rue des Rosiers hat mit ihren orientalischen Läden und koscheren
Metzgereien dabei ein ganz eigenes Flair zu bieten. Auch im Marais kommt der
Kunstliebhaber nicht zu kurz. Zahlreiche Museen mit den Werken von Künstlern wie
Pablo Picasso oder Victor Hugo warten hier auf einen Besuch.
Quelle: Wundermedia, Knut Diers