48 Stunden in Wien

Wien kulinarisch

Per Fiaker zu den Wiener Schmankerln

Eine Eitrige für unterwegs oder lieber einen Einspänner im Kaffeehaus? Nicht nur, dass die Bezeichnungen für Wiener Speis' und Trank oft schwerer zu verstehen sind als manch nicht-deutsche Speisekarte.

Die kulinarische Landschaft der österreichischen Hauptstadt hat sogar ihren eigenen Stil: Die Wiener Küche ist eine fantasievolle Kombination und Weiterentwicklung der Einflüsse verschiedener Länder und bietet sich ganz besonders für eine kulinarische Stadterkundung an.

Raus aus den Federn, denn es gibt jede Menge zu entdecken! Den Morgen sollten Genießer mit einem typischen Wiener Frühstück im Südosten der Innenstadt beginnen. Im Traditionscafé Sperl können sogar Kaffeekenner noch etwas dazulernen: vom klassischen Milchkaffee mit Ei, der Kaisermelange, bis hin zum Einspänner, einem Mokka mit Sahne im Henkelglas - eine der vielen Arten Kaffee zu genießen, macht bestimmt auch den letzten Morgenmuffel munter.

Wem das noch nicht genug ist, den weckt die Frischluft bei einem Spaziergang im Garten der Habsburger Sommerresidenz Schloss Schönbrunn. Die barocke Parklandschaft birgt neben Palmen- und Wüstengarten, einen Heckenirrgarten, in dem man sich ebenso leicht verlaufen kann, wie in seinem kulinarischen Pendant, dem Naschmarkt.  


Am Bauch von Wien

Ein Streifzug durch den „Bauch von Wien“ gibt Einblick in die ganze kulinarische Vielfalt der Stadt. Von Fischspezialitäten über duftenden Kaffee bis hin zu Kräutern, Gewürzen und natürlich der vielfältigen Gastronomie entlang der linken
Wienzeile - der Schlauch grüner Buden oder Standler zieht einen mitten hinein in die Wiener Institution.

Das Flair des Naschmarkts nimmt man am besten bei einem Spritzer auf, z. B. im jüdischen Edel-Beisl Neni. Erfrischt durch das italienische Trendgetränk geht es weiter in die Provence Österreichs: Zwischen zeitgenössischer und barocker Architektur der ehemaligen Hofstallungen, warten heute nicht nur mehr als 20 Museen auf 60.000 Quadratmetern auf Kunstliebhaber.

In dem weitläufigen Gelände des Museumsquartier lässt es sich auch wunderbar entspannen. Und zwischen einem Bocciaspiel bei Bioradler oder den überdimensionalen Kunstliegen am Museum Moderner Kunst findet sich sicher auch ein Platz zum Sinnieren und Abschalten.  


Urtypische Kulinarik und Wiener Gourmets

Zu den urtypischen Institutionen Wiens zählt das Beisl. Auf einfachen Tischen kommt, wie im Gasthaus Ubl mit seiner dunklen Holzvertäfelung, Wiener Tradition auf den Teller.

Neben dem Klassiker Wiener Schnitzel, angeblich Kaiser Franz Josephs „Leibspeis“, erwartet den Kenner die ganze Palette der gutbürgerlichen Küche, bevor er sich Richtung Stadtpark aufmacht. Hier findet Anfang Mai das Wiener Genussfestival statt, dass auf keiner kulinarischen Erkundungstour fehlen sollte.

Geradezu unwillkürlich geht es über die zwei Paläste von Prinz Eugens Belvedere und das schräg-bunte Hundertwasserhaus zum Prater.

Nach einer obligatorischen Fahrt mit dem bereits 1896/97 erbauten Riesenrad, dass einen Überblick über das gesamte Areal des Wiener Dauervolksfestes gewährt, sollte man jedoch besser dem Duft frischer Langos und knackiger Eitriger (Käsekrainer) widerstehen und stattdessen im Schweizerhaus einkehren.

Die Spezialität des Chefkochs: knusprige Schweinestelze. Wem das nach dem reichhaltigen Mittagstisch zu herzhaft ist, kann sich guten Gewissens mit Pflaumenmus gefüllten Powidltascherln aus Kartoffelteig zufrieden geben und den Abend im gemütlichen Biergarten ausklingen lassen.


Steffl und Schokoladentraum

Nach dem deftigen Abendessen vom Vortag ist der Magen gedehnt und birgt genügend Raum für einen schokoladigen Traum aus Wien: Das süße Frühstück bestehend aus der original Sachertorte wird im Sacher Eck im gleichnamigen Hotel serviert.

Von hier aus wird die 1932 erfundene und mittlerweile wohl berühmteste Schokoladentorte der Welt verschifft. Perfekt zu solch lukullischem Luxus passt ein Besuch der Hofburg, die  600 Jahre lang Sitz des österreichischen Herrscherhauses war - ein prunkvolles Labyrinth aus mehr als 2.500 Räumen und 19 Höfen.

Von hier aus geht es weiter Richtung Innenstadt. Noch vor dem Stephansplatz lädt der Schanigarten vor der Haustür des Gasthauses Immervoll zu einem kurzen Zwischenstopp und deftigem Gulasch.

Auf dem Weg dorthin blitzt das gezackte Dach oder der 136 Meter hohe Südturm eines der wichtigsten gotischen Bauwerke Wiens, des Stephansdoms oder Steffl, wie man ihn hier liebevoll nennt, zwischen den Dächern der Stadt hervor.


Per Fiaker auf den Weinberg

Weiter nördlich am Donaukanal zeugt der Eissalon am Schwedenplatz von Wiens vielfältiger Kultur und Kreativität. Neben den Standardeissorten werden wechselnd auch Spezialitäten wie Ingwer-Schokolade oder Maroni angeboten.

Man darf der süßen Versuchung ruhig mal nachgeben! Wer sich schon im Voraus um einen Fiaker bemüht hat, für den heißt es aufsteigen. Denn der Kutscher fährt die feine Gesellschaft heute samt Eis in die Weinberge um Wien.

Hier sorgen Wiener Heuriger für urige Gemütlichkeit. Einer der authentischsten ist der Hüttenausschank Zu den 4 Winzern. Sonntags und Feiertags genießt man hier nicht nur vier ganz besondere Tropfen und Strudel, sondern auch eine großartige Aussicht über die kulinarischen Möglichkeiten in der österreichischen Hauptstadt Wien.

Quelle: Wundermedia, Melanie Rottmüller


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