
Die 7 Naturwunder Portugals: Entdecke das Land der Entdecker
Zwischen unterirdischen Höhlenwelten und majestätischen Vulkangipfeln: Portugal ist voller Überraschungen
Von goldenen Steilküsten an der Algarve über uralte Lorbeerwälder auf Madeira bis zu vulkanischen Kraterlandschaften auf den Azoren: 2010 wählte die portugiesische Bevölkerung die „7 Naturwunder Portugals“. Ob du eine Wanderreise durch den einzigen Nationalpark des Landes planst oder die Vulkanlandschaft der Insel Pico erkunden willst: Hier erfährst du alles über die offiziellen „Sete Maravilhas Naturais de Portugal“. Außerdem präsentieren wir dir noch ein paar weitere Naturwunder-Geheimtipps wie die Berlengas-Inseln oder eine einzigartige Vulkanhöhle mit unterirdischem See.
Die offiziellen 7 Naturwunder Portugals
Die 7 Naturwunder Portugals verteilen sich über das gesamte Land – vom äußersten Nordwesten bis zu den portugiesischen Atlantikinseln. Vier dieser Naturwunder liegen auf dem Festland, zwei auf den Azoren und eines auf Madeira. Gemeinsam zeigen sie die erstaunliche Vielfalt Portugals – von Küstenformationen über Vulkanlandschaften bis zu unterirdischen Höhlen- und geschützten Ökosystemen.
Die 7 Naturwunder Portugals im Überblick
1 Ria Formosa – Lagunenlandschaft im Süden
Der Naturpark Ria Formosa erstreckt sich über 60 Kilometer entlang der Algarve-Küste zwischen Faro und Cacela Velha. Hinter einer Kette aus fünf „Barriereinseln“ – schmalen Sandinseln, die das Lagunengebiet vom offenen Atlantik trennen – liegt ein Labyrinth aus Lagunen, Salzwiesen und Wattflächen, das zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Europas zählt. Rund 20.000 Wat- und Wasservögel überwintern hier, darunter Flamingos, Löffler und Stelzenläufer. Für Vogelbeobachtung eignet sich besonders der Lehrpfad am Centro de Educação Ambiental de Marim, etwa 3 Kilometer östlich von Olhão.

Strandfans steuern die schmale Insel Ilha de Tavira an, die direkt vor der Küste liegt und etwa 14 Kilometer lang ist. Fähren starten vom Hafen Taviras (hinter der Markthalle) oder vom Jachthafen Quatro Águas – in etwa 15 Minuten erreichst du die idyllische Barriereinsel, deren weitläufige Sandstrände zu den schönsten Portugals zählen.
Praktischer Tipp: Die Gezeiten bestimmen das Erlebnis. Bei Ebbe kommen die Sandbänke der Lagunen zum Vorschein, bei Flut lässt sich das Gebiet per Kajak oder Stand-up-Paddleboard erkunden. Gezeitentabellen gibt es an den Fährterminals in Olhão und Faro.
2 Laurisilva-Wald – Madeiras grünes Erbe
Der Laurisilva-Wald auf Madeira ist seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe und einer der größten zusammenhängenden Lorbeerwälder der Welt. Er bedeckt rund 15.000 Hektar an den Nordhängen der Insel und beherbergt zahlreiche endemische Arten, darunter die Madeira-Langzehentaube.

Am besten erschließt sich der Wald über die Levadas-Wanderwege von Madeira – ein Netz aus historischen Bewässerungskanälen, das sich über Hunderte Kilometer durch die Berge zieht. Die Levada do Caldeirão Verde (etwa 17 Kilometer hin und zurück) führt zum Beispiel durch dichten Lorbeerwald zu einem 100 Meter hohen Wasserfall. Festes Schuhwerk und eine Taschenlampe für die Tunnelpassagen sind Pflicht. Auf dem Rundweg PR14, der Levada dos Cedros, durchquerst du hingegen den mystischen Fanal-Wald Madeiras.
Wichtig: Der Laurisilva ist nicht der letzte Lorbeerwald der Welt. Auch auf den Kanarischen Inseln existieren Lorbeerwälder, etwa im Nationalpark Garajonay auf La Gomera. Madeiras Wald gilt jedoch als der am besten erhaltene.
3 Vulkanlandschaft von Pico – Portugals höchster Gipfel
Der Vulkan Pico auf der gleichnamigen Azoreninsel ist mit 2.351 Metern der höchste Berg Portugals. Der nahezu perfekt kegelförmige Vulkan erhebt sich direkt aus dem Atlantik und ist Teil des UNESCO-Welterbes der Weinbaukultur auf der Insel Pico. Seit dem 15. Jahrhundert bauen die Bewohner hier Wein in einem einzigartigen System aus Lavasteinmauern an – den sogenannten Currais.

Der Aufstieg zum Gipfel startet an der Casa da Montanha auf etwa 1.200 Metern Höhe. Die Wanderung dauert je nach Kondition sechs bis acht Stunden (hin und zurück) und erfordert eine vorherige Anmeldung. Oben erwartet dich bei klarer Sicht ein Panorama über die Nachbarinseln Faial, São Jorge und Graciosa.
Die vulkanische Landschaft der Insel beschränkt sich nicht auf den Gipfel. An der Nordküste erstreckt sich die Gruta das Torres – mit rund 5 Kilometern Länge eine der größten Lavahöhlen Europas. Geführte Touren dauern etwa 60 Minuten und sind auch für Familien mit älteren Kindern geeignet.
4 Grutas de Mira de Aire – unterirdische Wunderwelt
Die Grutas de Mira de Aire in der Gemeinde Porto de Mós, rund 120 Kilometer nördlich von Lissabon, sind das größte Höhlensystem Portugals. 1947 entdeckt, reichen die Tropfsteinhöhlen bis zu 110 Meter in die Tiefe. Der Rundgang durch die beleuchteten Kammern dauert etwa eine Stunde und endet an einem unterirdischen See.

Stalaktiten und Stalagmiten haben hier über Millionen von Jahren Formationen geschaffen, die an Orgelpfeifen, Vorhänge und Wasserfälle erinnern. Die Temperatur im Inneren liegt ganzjährig bei rund 17 °C – eine willkommene Abkühlung an heißen Sommertagen und ein regenunabhängiges Ausflugsziel.
Anreise: Von Lissabon aus erreichst du die Höhlen in etwa 90 Minuten über die A1 Richtung Leiria. Vor Ort gibt es Parkplätze und ein kleines Museum zur Geologie der Region.
5 Bucht Portinho da Arrábida südlich von Lissabon
Türkisfarbenes, klares Wasser, weiße Kiesbuchten und dahinter dicht bewaldete Kalksteinhänge – die Bucht Portinho da Arrábida liegt rund 35 Kilometer südlich von Lissabon auf der Halbinsel Setúbal und gehört zu den schönsten Küstenabschnitten Portugals. Daneben liegt das gleichnamige Fischerdorf Portinho da Arrábida, das dank der Abgeschiedenheit seinen authentischen Charme bewahrt hat.

Der Naturpark rund um die Bucht beherbergt eine der wenigen noch erhaltenen Macchia-Landschaften Portugals – ein mediterranes Buschwaldsystem, dessen Schutz der Hauptgrund für die Ausweisung als Naturerbe war. Unter der Wasseroberfläche setzt sich die Artenvielfalt des Naturparks fort: Das angrenzende Meeresschutzgebiet gilt als eines der artenreichsten entlang der portugiesischen Küste.
Praktischer Tipp: Die Bucht von Portinho da Arrábida lässt sich am besten mit dem Auto erreichen. Im Sommer ist die Zufahrtsstraße für private Fahrzeuge an Wochenenden jedoch gesperrt – öffentliche Busse fahren ab Setúbal zu den nahe gelegenen Stränden des Parks. Wer direkt nach Portinho da Arrábida möchte, erkundet die Küste am besten per Kajak oder auf einer Bootstour ab Sesimbra.
6 Lagoa das Sete Cidades – Kratersee auf den Azoren
Auf der Azoreninsel São Miguel liegt einer der ikonischsten Orte des gesamten Archipels: die Lagoa das Sete Cidades. Zwei Seen – einer grün, einer blau – füllen den Krater eines erloschenen Vulkans und sind durch eine schmale Brücke voneinander getrennt.

Die unterschiedliche Färbung der Seen liegt an der Lichtreflexion und am Bewuchs: Während der Lagoa Azul den Himmel reflektiert, erhält der Lagoa Verde seine grünliche Färbung durch eine erhöhte Konzentration an Algen und Chlorophyll.
Der klassische Aussichtspunkt ist der Miradouro da Vista do Rei am Westrand des Kraters. Von hier aus lässt sich die Farbdifferenz der beiden Seen am besten erkennen – besonders eindrucksvoll am Vormittag, wenn die Sonne den grünen See zum Leuchten bringt. Eine Wanderung entlang des Kraterrands (etwa 13 Kilometer, drei bis vier Stunden) bietet wechselnde Perspektiven auf die Seen und die umliegenden Hortensienfelder, die von Juni bis September blühen.
Im Dorf Sete Cidades am Seeufer vermieten lokale Anbieter Kajaks und Tretboote. Wer tiefer in die Azoren-Natur eintauchen möchte, kombiniert den Besuch mit einem Abstecher zu den heißen Quellen von Furnas – rund 45 Autominuten östlich davon.
7 Nationalpark Peneda-Gerês – Portugals wilde Seite
Der Parque Nacional da Peneda-Gerês im Nordwesten Portugals ist der einzige Nationalpark des Landes. 1971 gegründet, umfasst er rund 700 Quadratkilometer Granitberge, Eichenwälder und Flusstäler zwischen den Gebirgszügen Serra da Peneda und Serra do Gerês.

Hier leben einige der seltensten Tierarten der Iberischen Halbinsel: der Iberische Wolf, Garranos-Wildpferde und Steinadler. Wanderwege wie die Trilha da Preguiça (etwa 8 Kilometer, mittlerer Schwierigkeitsgrad) führen durch dichte Wälder zu Granitbecken, in denen im Sommer gebadet werden darf. Die Cascatas do Tahiti – eine Reihe natürlicher Felspools – gehören zu den beliebtesten Zielen im Park.
Vom Aussichtspunkt Miradouro da Pedra Bela, rund 15 Kilometer nördlich von Gerês, eröffnet sich ein Panorama über das gesamte Tal des Rio Cávado. Die Anfahrt erfolgt über die N308 – Parkplätze sind vorhanden, aber an Sommerwochenenden schnell belegt. Wer unter der Woche kommt, hat die Wege oft für sich allein.
Geheimtipps – weitere Naturwunder Portugals
Portugals faszinierende Naturlandschaften beschränken sich nicht nur auf die offiziellen sieben Naturwunder des Landes. Wer abseits der bekannten Pfade unterwegs sein will, findet im Portugal-Urlaub in jeder Region des Landes weitere verborgene Highlights.

Ponta da Piedade – Felsenkunst der Algarve
An der Südspitze der Algarve, rund 3 Kilometer südlich von Lagos, ragen die Felsformationen der Ponta da Piedade aus dem Atlantik. Über Jahrmillionen haben Wind und Wellen den goldgelben Kalkstein zu Bögen, Grotten und Säulen geformt, die bis zu 20 Meter hoch aufragen.
Vom Leuchtturm am Klippenrand führt eine steile Treppe hinunter zum Wasser. Unten angekommen, starten Bootstouren durch die Grotten – die Fahrt dauert etwa 60 Minuten und bietet Perspektiven, die vom Land aus nicht möglich sind. Wer die Küste lieber auf eigene Faust erkundet, mietet ein Kajak am Strand von Batata in Lagos.
Beste Besuchszeit: Früher Morgen oder später Nachmittag, wenn das Licht die Felsen gold schimmern lässt und die Boote weniger voll sind. Von Oktober bis April ist die Küste deutlich ruhiger als in den Sommermonaten.
Passadiços do Paiva und 516 Arouca
Im Arouca-UNESCO-Global-Geopark, rund 60 Kilometer südöstlich von Porto, führen die Passadiços do Paiva über 8 Kilometer auf Holzstegen entlang der Paiva-Schlucht. Die Strecke überwindet rund 600 Höhenmeter und passiert Wasserfälle, Felsformationen und dichte Vegetation. Seit 2021 gehört auch die 516 Arouca, eine der längsten Fußgänger-Hängebrücken der Welt, zu den Highlights. Sie spannt sich 516 Meter über das Tal in 175 Metern Höhe.

Berlengas-Archipel
Vor der Küstenstadt Peniche, etwa 90 Kilometer nördlich von Lissabon, liegt das Berlengas-Archipel – ein UNESCO-Biosphärenreservat mit einzigartiger Vogelwelt. Fähren verkehren von Mai bis Oktober. Auf der Hauptinsel Berlenga Grande lässt sich das Fort São João Baptista aus dem 17. Jahrhundert besichtigen, und die umliegenden Gewässer eignen sich zum Schnorcheln.
Serra da Estrela – das Dach des Festlands
Die Serra da Estrela im Zentrum des Landes ist mit ihrem 1.993 Meter hohen Berg Torre das höchste Gebirge des portugiesischen Festlands. Im Winter fällt hier Schnee, im Sommer locken Wanderwege durch Gletschertäler und vorbei an Gletscherseen. Der Naturpark Serra da Estrela ist zudem Heimat des berühmten Queijo Serra da Estrela – einer der ältesten Käsesorten Portugals.

Weitere Geheimtipps auf einen Blick
- Pedreira do Galinha bei Ourém: Fossilien-Fundstätte mit 175 Millionen Jahre alten Dinosaurier-Fußabdrücken
- Buçaco-Wald (Mata Nacional do Buçaco): über 700 exotische Baumarten auf einem ehemaligen Klostergelände
- Aldeias do Xisto: Schieferdörfer in Zentralportugal, ideal für mehrtägige Wanderungen
- Paul do Boquilobo: Feuchtgebiet und UNESCO-Biosphärenreservat im Ribatejo – ein Hotspot für Vogelbeobachtung
- Algar do Carvão auf Terceira (Azoren): begehbare Vulkanhöhle mit unterirdischem See
Beste Reisezeit für Portugals Naturwunder
Nicht jedes Naturwunder zeigt sich zu jeder Jahreszeit von seiner besten Seite. Die folgende Übersicht hilft dir bei der Planung deiner Reise zu den Sehenswürdigkeiten Portugals:
Monat | Empfohlene Naturwunder | Besonderheit |
| März – Mai | Peneda-Gerês, Serra da Estrela, Laurisilva-Wald | Wildblumenblüte, angenehme Wandertemperaturen, wenig Andrang |
| Juni – August | Sete Cidades, Pico, Berlengas | Hortensienblüte auf den Azoren (Juni – September), ruhige See für Bootstouren |
| September – Oktober | Ponta da Piedade, Ria Formosa, Passadiços do Paiva | Warmes Wasser an der Algarve, Zugvögel in der Ria Formosa, mildere Temperaturen zum Wandern |
| November – Februar | Grutas de Mira de Aire, Laurisilva-Wald, Aldeias do Xisto | Höhlen sind wetterunabhängig, Madeira bleibt mild (15 bis 20 °C), ruhige Wanderwege |
Grundregel für das Festland: April bis Juni und September bis Oktober bieten die beste Kombination aus angenehmen Temperaturen und geringem Besucheraufkommen. Die Azoren sind ganzjährig bereisbar, wobei das Wetter schnell wechselt – Regenjacke und Sonnencreme gehören hier immer ins Gepäck.
Portugals Naturwunder: so vielfältig wie das Land selbst
Von den goldenen Klippen der Algarve über die vulkanischen Gipfel der Azoren bis zu den uralten Lorbeerwäldern auf Madeira: Die Naturwunder Portugals sind so vielfältig wie das Land selbst. Die offiziellen sieben bilden dabei nur den Anfang – wer tiefer eintaucht, entdeckt Geoparks, Biosphärenreservate und Fossilienstätten, die in keinem Standardreiseführer stehen.
Ob du eine Wanderreise durch den Nationalpark Peneda-Gerês planst, die Kraterseen der Azoren erkundest oder die Höhlen von Mira de Aire besuchst: Portugal belohnt Reisende, die sich Zeit nehmen. Wir als DERTOUR Reiseexperten helfen dir dabei, die passende Route zusammenzustellen – vom Kurztrip an die Algarve bis zur zweiwöchigen Rundreise durch Portugal.
Häufige Fragen zu Portugals Naturwundern
Welche sind die 7 Naturwunder Portugals?
Welche Geheimtipps gibt es für Natur in Portugal?
Welche sind die 7 Naturwunder der Welt?
Wo ist Portugal landschaftlich am schönsten?








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