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Levadas Madeira
Wanderweg entlang einer Levada auf Madeira mit Bewässerungskanal, Blumen und grüner Berglandschaft

Levadas Madeira: die schönsten Wanderwege auf der Atlantikinsel

Immer dem Wasser nach: von den Bergen bis ans Meer

Die Levadas auf Madeira zählen zu den beliebtesten Wanderwegen Europas. Über Jahrhunderte angelegt, durchziehen diese künstlichen Wasserkanäle die gesamte Atlantikinsel – vom regenreichen Norden bis in den trockenen Süden. Heute führen schmale Pfade entlang der Levadas durch dichte Lorbeerwälder, vorbei an Wasserfällen und durch dunkle Tunnel tief ins Berginnere. Ob du zum ersten Mal Wanderschuhe schnürst oder bereits Erfahrung auf anspruchsvollen Trails hast: Madeiras Levada-Wanderungen decken alle Schwierigkeitsgrade ab. In diesem Beitrag erfährst du, welche besonders schönen Levadas Madeira zu bieten hat, wie du deine Tour planst und was du an Ausrüstung brauchst.

Was sind die Levadas auf Madeira?

Levadas sind künstlich angelegte Wasserkanäle auf der portugiesischen Insel Madeira, die seit dem 15. Jahrhundert zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen im Süden dienen. Das Netzwerk erstreckt sich über rund 2.000 bis 3.000 Kilometer und ist heute eines der beliebtesten Wanderwegnetze Europas.

Wanderweg entlang einer Levada auf Madeira durch dichten Lorbeerwald mit Wasserkanal am Wegesrand
Seit Jahrhunderten transportieren die Levadas Wasser durch die Berge in trockenere Gebiete Madeiras

Das Wort „Levada“ leitet sich vom portugiesischen Verb „levar" ab, das so viel wie „führen“ oder „tragen“ bedeutet. Genau das beschreibt die Funktion: Die Kanäle transportieren Regenwasser und Quellwasser aus den niederschlagsreichen Bergen im Norden und Zentrum der Insel in die trockeneren Regionen im Süden. Entlang der Wasserrinnen verlaufen schmale Wartungspfade, die ursprünglich für die Instandhaltung der Kanäle angelegt wurden. Diese Pfade sind heute als Wanderwege begehbar und erschließen Landschaften, die sonst kaum zugänglich wären – von moosbedeckten Lorbeerwäldern bis zu steilen Felsklippen mit Blick auf den Atlantik.

Die Geschichte der Levadas auf Madeira

Als die ersten Siedler im 15. Jahrhundert von Portugal nach Madeira kamen, erkannten sie schnell das Problem: Der fruchtbare Süden der Insel war zu trocken für den Anbau von Zuckerrohr, während im Norden reichlich Regen fiel. Die Lösung war ein ausgeklügeltes Kanalsystem, das Wasser über weite Strecken durch die Berge leitete. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wuchs das Netzwerk stetig – zunächst für den Zuckerrohranbau, später auch für die Bewässerung der Weinberge, die den berühmten Madeirawein hervorbrachten.

Levada-Wanderweg auf Madeira entlang eines Felswegs mit Kanal und Blick ins grüne Tal
Viele Wartungspfade entstanden ursprünglich, damit Levadeiros die Kanäle kontrollieren konnten

Über Jahrhunderte hinweg sorgten die sogenannten Levadeiros für die Instandhaltung des Systems. Diese Kanalwärter patrouillierten an den Wasserläufen, reparierten Lecks und regelten die Wasserverteilung zwischen den Landwirten. Bis ins 20. Jahrhundert war der Beruf des Levadeiro auf Madeira weit verbreitet. Einige ihrer steinernen Unterkünfte entlang der Kanäle sind noch heute sichtbar – ein Stück lebendige Geschichte am Wegesrand.

Heute übernimmt die regionale Wasserbehörde die Wartung der Levadas. Viele Kanäle dienen nach wie vor der Bewässerung, doch ihre Bedeutung als Wanderwege hat die ursprüngliche Funktion längst überholt. Die Regionalregierung Madeiras hat zahlreiche Routen als offizielle Wanderwege (PR-Routen) ausgewiesen und mit Markierungen, Geländern und Informationstafeln versehen. So sind sie nun ein fester Bestandteil der Sehenswürdigkeiten auf Madeira.

Die schönsten Levada-Wanderungen im Überblick

Die Levada das 25 Fontes, die Levada do Caldeirão Verde, die Levada do Rei und die Levada dos Cedros zählen zu den schönsten Levada-Wanderungen auf Madeira. Sie führen durch Lorbeerwälder, vorbei an Wasserfällen und eröffnen weite Blicke über das Zentralgebirge. 

Die folgende Vergleichstabelle hilft dir, eine passende Route für deinen Madeira-Urlaub zu finden:

Route

Länge 

Dauer

Anspruch 

Highlights 

Auslastung 

Levada das 25 Fontes (PR6)8,6 Kilometer (hin & zurück) 3-4 h Mittel 25 Quellen, Risco-Wasserfall Hoch 
Levada do Caldeirão Verde (PR9)17,4 Kilometer (hin & zurück) 6,5 h Mittel bis schwer Grüner Kessel, Tunnel, Wasserfälle Mittel 
Levada do Rei (PR18)10,6 Kilometer (hin & zurück) 2,5-4 h Mittel Lorbeerwald, Ribeiro Bonito Niedrig 
Levada dos Cedros (PR14)10,7 Kilometer (Rundweg) 3,5-4,5 h Mittel Zedernwald, Nebelwald Niedrig 
Levada do Furado (PR10)11,4 Kilometer 4-5 h Mittel Ribeiro Frio, Portela, Lorbeerwald Mittel 

 

Levada das 25 Fontes (PR6) – Levadas Madeira 25 Fontes 

Steckbrief: PR6 | 8,6 Kilometer (Hin- und Rückweg) | 3–4 Stunden | Schwierigkeit: mittel 

Die Levada das 25 Fontes zählt zu den bekanntesten Wanderungen auf Madeira – und das aus gutem Grund. Am Ende des Weges erwartet dich eine Lagune, in die 25 Quellen aus einer moosbewachsenen Felswand sprudeln. Der Weg beginnt am Parkplatz Rabaçal auf dem Hochplateau Paul da Serra und führt zunächst steil bergab, bevor er dem Verlauf der Levada durch dichten Lorbeerwald folgt.

Wasserfall bei der Levada das 25 Fontes auf Madeira mit Felsen, Farnen und kleiner Lagune
Die Lagune der 25 Fontes – eines der meistfotografierten Motive Madeiras

Unterwegs passierst du einen kurzen Tunnel – eine Stirnlampe ist hier hilfreich. Wer die Tour verlängern möchte, nimmt den Abstecher zum Risco-Wasserfall (PR6.1), der rund 100 Meter in die Tiefe stürzt. Beachte, dass die Route gerade an Wochenenden und in der Hauptsaison stark frequentiert ist. Ein früher Start gegen 8 Uhr morgens lohnt sich.

Levada do Caldeirão Verde (PR9)

Steckbrief: PR9 | 17,4 Kilometer (Hin- und Rückweg) | 6,5 Stunden | Schwierigkeit: mittel bis schwer 

Vom Forsthaus Queimadas bei Santana aus führt die Levada do Caldeirão Verde durch den Laurisilva-Lorbeerwald – ein UNESCO-Weltnaturerbe und eins der 7 Naturwunder Portugals. Der Weg verläuft weitgehend eben entlang des Wasserkanals, doch vier Tunnel und einige schmale Passagen an steilen Abhängen erfordern Schwindelfreiheit und eine zuverlässige Stirnlampe.

Wanderin mit Rucksack auf schmalem Pfad zur Levada Caldeirão Verde vor hohem Wasserfall
Zur Levada Caldeirão Verde führen schattige Wege durch Lorbeerwald – feste Schuhe sind hier sinnvoll

Am Ziel öffnet sich der „Grüne Kessel“ (Caldeirão Verde): ein natürliches Amphitheater aus steilen, moosbewachsenen Felswänden, in das ein Wasserfall aus rund 100 Metern Höhe herabstürzt. Trittsichere Wanderer verlängern die Tour bis zum Caldeirão do Inferno, einem noch abgelegeneren Kessel weiter im Berginneren. Der Startpunkt Queimadas verfügt über einen Parkplatz und ein kleines Café.

Levada do Rei (PR18)

Steckbrief: PR18 | 10 Kilometer (Hin- und Rückweg) | 2,5–4 Stunden | Schwierigkeit: mittel 

Die „Königslevada" gilt als eine der entspanntesten Routen auf der Insel. Ab dem Startpunkt in São Jorge an der Nordküste verläuft der breite, gut gesicherte Weg nahezu ohne Steigung durch üppigen Lorbeerwald. Tunnel gibt es hier keine, und die Wege sind breit genug, dass auch weniger erfahrene Wanderer sich sicher fühlen.

Levada do Rei auf Madeira mit schmalem Wasserkanal und Wanderweg durch dichten Lorbeerwald
Die Levada do Rei verläuft vergleichsweise gleichmäßig und eignet sich für ruhigere Touren

Höhepunkt der Tour ist der Ribeiro Bonito – ein Bachlauf inmitten des Waldes, an dem die Levada endet. Die Geräuschkulisse aus plätscherndem Wasser und Vogelgesang macht diesen Ort zu einem der ruhigeren Plätze Madeiras. Wer mit Kindern unterwegs ist, findet hier eine der besten Optionen: Der Weg ist durchgehend eben und bietet genug Abwechslung, um auch jüngere Wanderer bei Laune zu halten.

Leichte Levada-Wanderungen für Einsteiger

Für einen Wanderurlaub mit leichten Levada-Wanderungen auf Madeira sind die Levada do Rei (PR18, 2,5 bis 4 Stunden, kaum Höhenmeter) und die Levada dos Cedros (3 bis 4 Stunden, moderate Steigung) geeignet. Beide Routen verlaufen auf breiten, gut gesicherten Wegen und eignen sich für Familien und Wanderanfänger.

 Schmaler Wanderweg entlang der Levada do Furado mit Geländer und Blick über grüne Berglandschaft
Die Levada do Furado bei Ribeiro Frio bietet weite Ausblicke – schmale Passagen erfordern Trittsicherheit

Für alle, die nur wenig Zeit mitbringen, bietet die Vereda dos Balcões eine kurze Alternative: Der Weg ab Ribeiro Frio ist nur rund 3 Kilometer lang (Hin- und Rückweg) und führt in etwa 45 Minuten zu einem Aussichtspunkt mit Panoramablick auf das Zentralgebirge. Auch die Levada do Furado (PR10) ab Ribeiro Frio eignet sich gut für Einsteiger – sie ist länger (11,4 Kilometer), verläuft aber überwiegend eben durch den Lorbeerwald.

Ein weniger bekannter Geheimtipp ist die Levada do Moinho bei Porto Moniz im Nordwesten. Die Route führt an alten Wassermühlen vorbei und ist deutlich weniger frequentiert als die populären Routen im Zentrum der Insel.

Welche Levada auf Madeira passt zu dir?

Welche Wanderung am besten zu dir passt, hängt von deinen Vorlieben und zum Beispiel diesen Punkten ab: 

  • Höhenangst? → Levada do Rei (PR18): keine Tunnel, breite Wege, keine exponierten Stellen
  • Kinder dabei? → Vereda dos Balcões: kurz, eben und mit Aussichtspunkt als Belohnung
  • Gute Kondition vorhanden? → Levada do Caldeirão Verde (PR9): länger, mit Tunneln und dem 100 Meter tiefen Grünen Kessel am Ende

Die Levadas-Wanderungen Madeiras auf der Karte

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Levadas auf Madeira: Anreise und Routenplanung

Die meisten Levada-Startpunkte liegen abseits der Küstenorte in den Bergen. Ab Funchal, der Hauptstadt Madeiras, erreichst du die Startpunkte in 30 bis 90 Minuten Fahrzeit. An den populären Routen wie der Levada das 25 Fontes (Rabaçal) und dem Caldeirão Verde (Queimadas) gibt es ausgewiesene Parkplätze – diese füllen sich in der Hauptsaison allerdings schnell. 

Auch ohne eigenes Fahrzeug sind einige Levadas erreichbar. Der öffentliche Nahverkehr bedient Linien in die Nordküstenorte São Jorge (Startpunkt Levada do Rei) und Santana (nahe Queimadas). Die Fahrt ab Funchal dauert etwa 1,5 Stunden. Für die Startpunkte Rabaçal (25 Fontes) und Queimadas (Caldeirão Verde) gibt es keinen direkten Busanschluss – hier sind geführte Tagestouren mit Bustransfer die praktischere Wahl. 

Schmaler Steinpfad entlang derLevada do Caldeirão Verde im dichten Lorbeerwald mit Farnen und moosbewachsenen Felsen
Auf der Levada do Caldeirão Verde wanderst du durch feuchte Vegetation – rutschfeste Schuhe sind hier wichtig

Geführte Tour oder auf eigene Faust?

Geführte Touren kosten in der Regel zwischen 30 und 50 € pro Person und beinhalten Transport, einen ortskundigen Guide und oft ein Lunchpaket. Der Vorteil: Du erfährst Hintergründe zur Geschichte der Levadas und zur lokalen Flora. Selbstwanderungen bieten dagegen maximale Flexibilität – du bestimmst Tempo und Pausen selbst. Die PR-Routen sind gut markiert, sodass Orientierungsprobleme selten auftreten.

Beste Reisezeit: der saisonale Levada-Kalender

Die beste Reisezeit für Madeira? Dank des milden Klimas ist die „Insel des ewigen Frühlings“ tatsächlich ganzjährig zum Wandern geeignet. Die Temperaturen in den Bergen liegen zwischen 10 und 22 °C, je nach Höhenlage und Jahreszeit. Beachte jedoch, dass einzelne Routen nach starken Regenfällen vorübergehend gesperrt sein können – eine Übersicht über aktuelle Sperrungen sowie Details der Routen gibt es auf der Website visitmadeira.com.

In dieser Tabelle findest du eine Übersicht empfohlener Wanderrouten je Jahreszeit:

Jahreszeit

Bedingungen

Empfohlene Routen

Frühling (März–Mai) Milde Temperaturen, Blütezeit, moderate Niederschläge Levada do Rei, Levada dos Cedros 
Sommer (Juni–August) Trocken, warm, längere Tage Levada do Caldeirão Verde, Vereda dos Balcões 
Herbst (September–November) Angenehme Temperaturen, weniger Besucher Levada das 25 Fontes, Levada do Furado 
Winter (Dezember–Februar) Mehr Regen, Wasserfälle am eindrucksvollsten Risco-Wasserfall (PR6.1), Caldeirão Caldeirão Verde 

 

Ausrüstung und Sicherheitstipps für Levada-Wanderungen auf Madeira

Rutschfeste Wanderschuhe, eine Stirnlampe für die Tunnel, eine Regenjacke und ausreichend Wasser sind bei Levada-Wanderungen auf Madeira unverzichtbar. Einige Routen führen an steilen Abhängen entlang und können bei Nässe rutschig sein – Schwindelfreiheit ist bei anspruchsvolleren Levadas wie dem Caldeirao Verde Pflicht.

Schmaler Levada-Pfad mit Wasserkanal unter überhängenden Ästen im dichten Wald auf Madeira
Auf schmalen Levada-Wegen sind feste Schuhe, Trittsicherheit und eine Taschenlampe für Tunnel sinnvoll

Packliste für Levada-Wanderungen

Diese Dinge solltest du bei einer Wanderung entlang der Levadas auf Madeira mit einpacken:

  • Rutschfeste Wanderschuhe mit gutem Profil – der Untergrund ist oft feucht und steinig
  • Stirnlampe oder Taschenlampe – mehrere Routen führen durch Tunnel, die bis zu 200 Meter lang sind
  • Regenjacke – selbst bei Sonnenschein im Küstenort kann es in den Bergen regnen
  • Ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Person) und Snacks
  • Sonnenschutz – auf offenen Abschnitten gibt es kaum Schatten
  • Handy mit Offline-Karte – Mobilfunkempfang ist in den Bergen nicht überall verfügbar

Sicherheit auf den Levadas 

Die Wartungspfade entlang der Levadas sind teilweise nur 50 bis 80 Zentimeter breit. An einigen Stellen fällt das Gelände steil ab, und Geländer sind nicht überall vorhanden. Besondere Vorsicht ist bei Nässe geboten, da die Steinwege dann rutschig werden. In den Tunneln herrscht vollständige Dunkelheit – ohne Stirnlampe solltest du diese Abschnitte nicht betreten.

Wanderer mit Lichtquelle in engem Levada-Tunnel auf Madeira, feuchte Felswände und schmaler Steg
Viele Levadas führen durch Tunnel – Stirnlampe und Aufmerksamkeit sind hier wichtig für sicheres Gehen

Naturschutz und Verhaltensregeln

Viele Levada-Wanderungen führen durch den Laurisilva-Lorbeerwald und den Fanalwald Madeiras, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Bleibe auf den markierten Wegen, nimm deinen Müll mit und pflücke keine Pflanzen. Drohnenflüge sind in den Naturschutzgebieten nicht gestattet. Auf der Webseite der Regionalregierung Madeiras findest du aktuelle Informationen zu Sperrungen und Verhaltensregeln.

Levadas Madeira – Natur und Geschichte Schritt für Schritt erleben

Die Levadas auf Madeira verbinden Naturerlebnis und Kulturgeschichte auf engem Raum. Von der moosbewachsenen Lagune der 25 Fontes bis zur stillen Königslevada durch den Lorbeerwald hat jede Route ihren eigenen Charakter. Rutschfeste Schuhe, eine Stirnlampe und eine Offline-Karte reichen aus, um das rund 2.000 Kilometer lange Wegenetz auf eigene Faust zu erkunden.

Häufige Fragen zu den Levadas auf Madeira

Was bedeutet Levada auf Deutsch?

Welche ist die älteste Levada auf Madeira?

Was sollte man auf Madeira unbedingt gesehen haben?

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